Nerze im Käfig

Pelz

Die Zucht von Pelztieren sowie das Fangen von Tieren in freier Wildbahn zur Herstellung von Mode- oder Luxusartikeln ist grausam, unethisch und unnötig

25.5.2021

Der globale Pelzhandel ist ein riesiges Geschäft und hat einen Wert von rund 22 Milliarden US-Dollar. 1 Obwohl die Anti-Pelz-Bewegung weltweit immer größer wird und spätestens seit den COVID-19 Ausbrüchen auf Pelzfarmen auch die Gefahren für die öffentliche Gesundheit immer offensichtlicher werden, verkaufen Marken wie Fendi, Saint Laurent oder Max Mara weiterhin Pelze auf der ganzen Welt. 

Pelz ist ein unglaublich grausames Geschäft, bei dem jedes Jahr Millionen von Füchsen, Nerzen, Marderhunden, Kaninchen und andere Tierarten unter entsetzlichen Bedingungen gehalten und brutal für ihren Pelz geschlachtet werden. 

95 % der Pelze stammen von Tieren, die ihr ganzes Leben in Drahtgitterkäfigen verbracht haben. Das bedeutet für die Tiere: 

  • Winzige, verdreckte und karge Käfige machen es den Tieren unmöglich, sich frei zu bewegen und ihr natürliches Verhalten auszuleben.
  • Missbildungen sind häufig, Wunden werden unbehandelt gelassen und infizieren sich schnell.
  • Aus Stress und Frustration zeigen die Tiere abnormale Verhaltensweisen wie Fellkauen und Selbstverletzungen.
  • Die Tiere werden von den Arbeitern grob und rücksichtslos behandelt.
  • Zu den grausamen Schlachtmethoden gehören Vergasung, Stromschläge oder Genickbruch; im schlimmsten Fall werden einzelne Tiere bei lebendigem Leib gehäutet.
  • Selektive Zucht von "Monsterfüchsen" auf pathologische Fettleibigkeit, um mehr Fell zu gewinnen.

Für die in der freien Wildbahn gefangenen Tiere bedeutet der grausame Einsatz von Tellereisen oder Schlingfallen extreme Schmerzen und Qualen. Die Tiere leiden oft tagelang bevor der Jäger die Falle überprüft. Oder sie sterben vorher an Blutverlust, verdursten, verhungern oder werden von Raubtieren getötet.

Leidender Fuchs in einer Pelzfarm in Finnland

Leidender Fuchs in einer Pelzfarm in Finnland

Das alles nur, damit Menschen Echtpelz tragen können. Dieses Leid ist nicht vertretbar. Aber es gibt Hoffnung. 

Was tun wir?

Die Pelzfrei-Bewegung hat in den letzten Jahrzehnten bemerkenswerte Fortschritte gemacht: Über 1500 Modelabels, darunter Prada, H&M, Gucci und Adidas haben sich beispielsweise im Rahmen des internationalen FurFreeRetailer Programms dazu verpflichtet, pelzfrei zu sein. 

In der EU haben bereits Belgien, Estland, Kroatien, Luxemburg, die Niederlande, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik und Österreich die Pelztierzucht verboten, außerhalb der EU haben auch das Vereinigte Königreich, Norwegen, Serbien, die Republik Mazedonien, Bosnien und Herzegowina und Japan die Pelzproduktion untersagt. In weiteren Staaten werden derzeit Gesetzesvorschläge für ein Verbot der Pelztierzucht geprüft bzw. sind bereits angekündigt. In Deutschland und der Schweiz sind die Haltungsanforderungen so hoch, dass die Pelztierzucht unrentabel wäre. 2021 hat Israel als erstes Land weltweit den Pelzhandel verboten, zuvor hat bereits der US-Bundesstaat Kalifornien ein solches Verbot erlassen sowie einige weitere US-Städte. 

VIER PFOTEN setzt sich seit seiner Gründung für eine Ende der Pelztierhaltung ein - und wird dies auch in Zukunft tun. Wir unterstützen weiterhin das sehr erfolgreiche Fur Free Retailer Program und bauen durch unsere Wear it Kind-Initiative eine globale Bewegung von Menschen, Marken und Designern auf, die sich dafür einsetzt, dass kein Tier im Namen der Mode leiden muss.

VIER PFOTEN und Fur Free Alliance fordern erfolgreich die Luxusmodemarke Prada auf, pelzfrei zu werden

VIER PFOTEN und Fur Free Alliance fordern erfolgreich die Luxusmodemarke Prada auf, pelzfrei zu werden

"Unsere Organisation entstand aus dem Widerstand gegen Pelzfarmen in Österreich, vor mehr als einem Vierteljahrhundert." 

Heli Dungler, Gründer von VIER PFOTEN

Wie können Sie helfen?

  • Sprechen Sie sich gegen Tierqual in der Mode aus und geben Sie ein symbolisches Versprechen ab, dass Sie niemals echten Tierpelz tragen und stattdessen tierfreundliche Kaufentscheidungen treffen werden.
  • Seien Sie vorsichtig bei Kunstpelz: es kommt immer häufiger vor, dass Tierpelze fälschlicherweise als Kunstpelz gekennzeichnet werden. Mit welchen einfachen Tricks Sie Echtpelz von Kunstpelz unterscheiden können, erfahren Sie in unserem Ratgeber. Wenn Sie sich unsicher sind, vermeiden Sie den Kauf des Produkts.
  • Unterschreiben Sie unsere Petition für ein Ende der grausamen Pelzindustrie
  • Einzelhändler reagieren auf den Druck der Verbraucher, also wenden Sie sich an die Geschäftsleitung eines jeden Geschäfts, das Pelz verkauft, oder schreiben Sie ihr.
  • Finden Sie pelzfreie Einzelhändler und orientieren Sie sich an unserem Wear it Kind Einkaufsratgeber um tierfreundliche Modeentscheidungen zu treffen.

Quellenverweis

1. Aloisi, S & Skydsgaard, N 2020, ‘Flying fur prices put fox is focus as mink cull sparks shortage, ‘Reuters, accessed 4 June 2021, https://www.reuters.com/world/china/focus-flying-fur-prices-put-fox-focus-mink-cull-sparks-shortage-2020-12-14/

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